Verständnis als Liebesbeweis

Verständnis ist ein elementarer Baustein für eine erfüllte und glückliche Beziehung. Den Anderen so anzunehmen, wie er ist und ihn bedingungslos zu lieben, sollte das Ziel jeder Partnerschaft sein.

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Verständnis - ein Geben und Nehmen

liebevolle UmarmungWarum versteht er mich denn nicht? Merkt er nicht, dass mir das wichtig ist? Warum nimmt er meine Bedürfnisse nicht ernst?

Kennst du das?

Wohl jeder wünscht sich einen verständnisvollen Partner. Aber etwas vom Anderen zu erwarten, setzt immer voraus, dass man auch selbst bereit ist es zu tun. Nun also die Frage an dich, bist du wirklich bereit, deinem Partner mit vollstem Verständnis zu begegnen?

Natürlich stehen deine eigenen Bedürfnisse an erster Stelle und gleichzeitig ist es möglich, diese mit denen deines Partners in Einklang zu bringen - ohne dass einer von euch dabei zurückstecken muss.

Man braucht nicht immer derselben Meinung zu sein. Es genügt, einander so zu sehen, wie man eben ist, anstatt so wie man es gerne hätte. Viele Menschen wenden eine Menge Zeit (und Energie) dafür auf, ihren Partner dazu zu drängen, genauso zu denken, wie sie selbst.

Wer tiefe Verbundenheit aufbauen will, muss genau damit aufhören.

Was ist der Unterschied zwischen Verstehen und Verständnis?

Verstehen kann man etwas nur dann, wenn man es selbst erlebt (hat). Auch dann bewertet jeder diese Erfahrung zwar unterschiedlich, aber es fällt einem deutlich leichter, es gefühlsmäßig nachzuvollziehen.

In allen anderen Fällen benötigen wir Verständnis. Verständnis ist genau dann am wichtigsten, wenn wir den Anderen eben nicht verstehen, seinen Standpunkt nicht nachvollziehen können.

Es kommt auch gar nicht darauf an, dass wir einander zu 100 % verstehen. Worum es eigentlich geht, ist einander so anzunehmen, wie wir eben sind. Wenn wir Verständnis füreinander haben, müssen wir nicht alles verstehen, wir können es einfach akzeptieren.

"Das Verständnis reicht oft viel weiter als der Verstand. - Mirie von Ebner-Eschenbach"
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Wie entsteht Verständnis?

Verständnis haben bedeutet nicht, dass man jedes Verhalten akzeptieren oder sogar gutheißen muss. Es bedeutet vielmehr, die Bereitschaft aufzubringen, neugierig und mutig hinzuschauen, wie es dem Anderen geht. Seine Gefühle anzuschauen sowie seine Wünsche, Bedürfnisse, Gedanken, und Fantasien zu entdecken. Und besonders wichtig dabei ist, dass man diese Innenwelt des Partners zulässt, da sein lässt und nicht versucht sie wegzumachen, zu verleugnen, verdrängen oder abzuwerten. Alles darf erst einmal einfach da sein und wird angenommen, so wie es eben gerade ist - offen und wertfrei. Das betrifft sowohl den Partner, als auch einen selbst.

Wer diese Bereitschaft nicht aufbringt, signalisiert seinem Partner, dass er nicht richtig ist, so wie er ist. Dass seine Gefühle nicht sein dürfen. Man will den Anderen kontrollieren, manipulieren und sein „falsches“ Verhalten eliminieren. Doch was bekämpft wird, wehrt sich. Druck erzeugt Gegendruck und ein solches Vorgehen endet immer in einem Konflikt. Wenn wir das Gefühl haben, nicht verstanden zu werden, dann errichten wir entweder eine Schutzmauer oder gehen in den Angriff über. Beides ist nicht zielführend für eine glückliche Beziehung.

Paar umarmt sich in der Natur

"Verständnis zu haben bedeutet nicht automatisch derselben Meinung zu sein."

Wenn wir unser Verständnis für die Realität unseres Partners verbessern wollen, müssen wir einander besser zuhören und effektiver kommunizieren. Wir sprechen zwar dieselbe Sprache, dennoch haben unsere Worte oft verschiedene Bedeutungen. Das liegt daran, dass wir in unserem Leben verschiedene Erfahrungen gemacht haben, die natürlich einen Einfluss auf unsere Sprache haben. Nehmen wir als Beispiel das Wort Liebe. Wenn du dieses Wort sagst, dann hast du direkt eine ganz konkrete Vorstellung, die wiederum bestimmte Gefühle in dir auslöst. Das ist deine Bedeutung von Liebe.

So geht es uns allen - aber eben auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Wir alle haben Liebe nämlich in verschiedenen Formen erfahren, von denen unsere Bedeutung des Wortes geprägt wurde. Dieses Bewusstsein ist elementar in einer Beziehung, da es Konflikten vorbeugen oder sie sogar verhindern kann.

Kann man Verständnis lernen?

Natürlich ist Verständnis etwas, das wir lernen dürfen. Manche Menschen sind bereits von ihrem Persönlichkeitstypen her emphatischer als andere und doch können wir es alle haben - wenn wir denn wollen. Es ist ein Prozess, dem wir Zeit geben dürfen. Jede Meinungsverschiedenheit mit unserem Partner bietet uns die Chance zu üben. Es klappt nicht immer und sofort, wir werden auch mal mit Gegenwind reagieren. Das Entscheidende aber ist unser Wille und den sollten wir haben, wenn uns die Beziehung am Herzen liegt.

Im Folgenden haben wir 5 Tipps zusammengestellt, mit denen du dein Verständnis trainieren und verbessern kannst.

1) Akzeptanz

Der Grundbaustein von Verständnis ist Akzeptanz. Die Akzeptanz, dass wir alle eigenständige Personen sind und somit selbstverständlich unterschiedliche Standpunkte und Bedürfnisse haben.

2) Interesse

Interesse zu zeigen ist ebenfalls ein Schritt zum Verständnis. Offene Fragen signalisieren dem Anderen, dass uns seine Bedürfnisse und sein Wohlergehen am Herzen liegen.

3) Mitgefühl

Wenn wir uns in unseren Partner einfühlen, kommen wir einander auf der Gefühlsebene so nahe wie nur möglich. Gerade in Situationen, in denen die Meinungen sehr unterschiedlich sind, kann Empathie der Schlüssel sein.

4) Kompromisse

Ein Kompromiss ist ein gemeinsamer Weg. Oft sehen wir bei Kompromissen nur die Dinge, auf die wir scheinbar „verzichten“ müssen. Wenn wir aber den Fokus auf das Miteinander und den gemeinsamen Fortschritt legen, kann sich das richtig gut anfühlen.

5) Eigenverantwortung

Wie bei Allem im Leben ist auch hier wichtig, die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Wenn ich verstanden werden will bzw. mir Verständnis wünsche, dann darf ich dazu beitragen. Mein Partner kann nicht wissen, wie es mir geht. Es ist meine Aufgabe, dies mitzuteilen.

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