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Partnerschaft auf Augenhöhe: Was bedeutet das eigentlich?

Wenn wir uns darüber austauschen, wie wir uns unsere Beziehung vorstellen, dann fällt früher oder später der Begriff: „Partnerschaft auf Augenhöhe“. Kaum jemand würde dazu Nein sagen, es klingt erstrebenswert und respektvoll. Aber was bedeutet es, eine Partnerschaft auf Augenhöhe zu führen? Die unreflektierte Vorstellung und die tatsächliche Umsetzung können nämlich ganz schön weit auseinander liegen. Deshalb werfen wir heute mal einen genauen Blick darauf, was sich dahinter verbirgt.

Woran wir denken, wenn wir „Partnerschaft auf Augenhöhe“ hören

Okay, das ist sicher für jede und jeden von uns anders. Zumindest können wir aber ein paar Assoziationen aufzählen, die sicher bei vielen aufkommen, wenn es um dieses Thema geht: Partnerschaft auf Augenhöhe verbinden wir zum Beispiel häufig mit Begriffen wie „Respekt“ oder „Wertschätzung“. Vielleicht auch mit „Gleichberechtigung“ oder einem „erwachsenen Umgang“ miteinander.

Womit wir auch schon bei der ersten Herausforderung wären: Solange wir nämlich gar nicht genau wissen, was eine Partnerschaft auf Augenhöhe für uns bedeutet, können wir nicht mit Sicherheit sagen, ob wir eine führen. Und es ist gut möglich, dass du und dein Partner oder deine Partnerin dazu ganz unterschiedliche Ansichten habt. Unser erster Tipp (übrigens auch eine schöne Idee für ein tiefes Gespräch) lautet also:

Nehmt euch die Zeit, um darüber zu sprechen, was „Augenhöhe“ in der Partnerschaft für euch bedeutet – ganz konkret und mit Beispielen.

Gespräche dieser Art können euch helfen, mehr Verständnis füreinander zu entwickeln und euch intensiver kennenzulernen. Vielleicht seid ihr überrascht, wie sehr eure Werte übereinstimmen – oder ihr entdeckt Möglichkeiten, einmal eine ganz andere Perspektive einzunehmen. So oder so: Ihr verbringt Qualitätszeit miteinander und stärkt somit eure Beziehung!

Warum die Augenhöhe im Alltag nicht immer funktioniert …

ein-liebespaar-stirn-an-stirn„Behandele andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest“, lautet ein bekanntes Sprichwort. Angewendet auf die Partnerschaft könnte das bedeuten: Was ich selbst mir für mich wünsche, das gebe ich auch meinem Partner. Nun ja … das ist gut gemeint, funktioniert in einer Beziehung aber häufig nicht. Denn: Wir sind eben nicht unser Partner. Unser Partner (oder unsere Partnerin) ist ein eigenständiger Mensch mit eigenen Werten, Meinungen, Verhaltensweisen und Bedürfnissen. Und die stimmen nicht immer mit den unseren überein. 

Vielleicht sollte das Sprichwort also besser lauten: „Behandele andere so, wie sie behandelt werden möchten“ – zumindest, solange es deinen Werten nicht widerspricht. Somit hat eine Partnerschaft auf Augenhöhe nicht unbedingt etwas mit Gleichbehandlung zu tun. Gut möglich, dass du unbedingt mit deinem Partner reden möchtest, wenn es dir nicht gut geht – er oder sie in der gleichen Situation aber erst einmal Ruhe und Zeit für sich braucht. Augenhöhe kann hier bedeuten, die Bedürfnisse des anderen zu kennen und zu respektieren, auch wenn man selbst andere hat.

Übrigens: Hast du schon einmal von den 5 Sprachen der Liebe gehört? Dieses spannende Konzept erklärt, warum unsere Liebesbeweise nicht immer beim Gegenüber anzukommen scheinen. In unserem Lieblingstag erfährst du mehr über dieses und viele weitere spannende Themen!

Auch die Verteilung der Verantwortung in der Beziehung kann einer Partnerschaft auf Augenhöhe in die Quere kommen. Vielleicht ist es zum Beispiel so, dass ein Partner allein das Geld für das Paar verdient und der oder die andere sich um den Haushalt kümmert. Schnell gerät die Augenhöhe dann dadurch ins Wanken, dass (beispielsweise) der arbeitende Partner sich selbst wichtiger nimmt – oder andererseits der im Haushalt arbeitende Partner sich in seiner Arbeit nicht gesehen fühlt. Auch hier braucht es manchmal aktives Eingreifen, damit beide Partner sich wertvoll, gesehen und geliebt fühlen. 

Noch kniffliger wird es für viele Paare beim Thema „Verbieten und Erlauben“. In unserer Gesellschaft ist es fast schon selbstverständlich, dass wir unseren Partnern Dinge verbieten – andere Partner, zum Beispiel, oder zu viele lange Treffen abends mit Freunden, Alkohol oder Zigaretten, manchmal sogar die liebsten Hobbys. Hat das wirklich etwas mit Partnerschaft auf Augenhöhe zu tun? Schließlich sind wir freie Menschen – Erwachsene, die für sich selbst verantwortlich sind und eigene Entscheidungen treffen dürfen und sollten. „Verbote“ führen zu einem Machtgefälle, das die Augenhöhe aus dem Gleichgewicht bringt. 

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… und wie ihr trotzdem Augenhöhe in eure Partnerschaft bringt

Natürlich ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe trotz dieser Herausforderungen möglich – und viele Paare leben sie bereits. Wenn du beim Lesen bemerkt hast, dass dir in deiner Beziehung dieses Gleichgewicht fehlt, hast du einen sehr wertvollen ersten Schritt gemacht. Diese Bewusstheit gibt dir die Möglichkeit, aktiv etwas an deiner Beziehung zu verändern, sie besser, schöner, inniger und nährender zu machen. 

Wichtig ist vor allem, dass du die Entscheidung triffst, dafür loszugehen. Wenn du uns schon ein bisschen kennst, weißt du: Wir sind Fans davon, aktiv etwas für unsere Beziehung zu tun – am besten, bevor man sich als Paar auseinandergelebt hat. Die folgenden Tipps können dir helfen, deine Partnerschaft auf Augenhöhe zu bringen, auch wenn du diese aktuell nicht spüren kannst:

  1. Werde dir bewusst, was „Augenhöhe“ für dich bedeutet. Die Antwort musst du nicht sofort wissen. Vielleicht möchtest du dir etwas Zeit nehmen, darüber nachzudenken oder deine Gedanken aufzuschreiben.
  2. Sprich mit deinem Partner. Offene Gespräche können so verbindend wirken und euch einander so viel näher bringen. Falls eure Gespräche manchmal etwas hitzig ablaufen, schau dir gern unsere Tipps für bessere Kommunikation in der Beziehung an. 
  3. Trefft Vereinbarungen. Vereinbarungen, die gemeinsam besprochen und gewählt werden, haben einen ganz anderen Charakter als Verbote oder der Versuch, den Partner einzuengen. Vereinbarungen sind ein gemeinsames Bekenntnis zueinander und zu eurer Beziehung, das stärkend und nährend wirkt. 
  4. Bleibt dran. Wenn die Augenhöhe in eurer Partnerschaft bisher gefehlt hat, ist es mit einem einmaligen Gespräch wahrscheinlich nicht getan. Es liegt an euch, die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass sich etwas verändert. Das bedeutet auch: Geduld haben, immer wieder in Kontakt gehen, erneut darüber sprechen, Vereinbarungen anpassen und so weiter. 

Zum letzten Punkt: Wir beide – Laura und Jakob – halten es für extrem wichtig, dass beide Partner Verantwortung für die gemeinsame Beziehung übernehmen. Das bedeutet jedoch nicht, dass ihr zwingend alles allein machen müsst. Wenn ihr euch mit einem Thema im Kreis dreht oder Hilfe bei der Kommunikation gebrauchen könntet, gibt es tolle Unterstützungsangebote für Paare. Wir begleiten euch zum Beispiel gern in einem Paarcoaching. Ihr könnt uns übrigens ganz kostenfrei kennenlernen – und schon erste wertvolle Tipps für eure Beziehung daraus mitnehmen! 

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