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Kommunikation in der Beziehung verbessern: So gelingt es wirklich

Die Kommunikation in einer Beziehung kann darüber entscheiden, ob die Beziehung hält oder nicht – oder ob sie mit jedem Tag sogar noch schöner, intensiver und verbundener wird. Um die Kommunikation in der Beziehung zu verbessern, ist es aber nicht damit getan, Tipps wie „Redet mehr miteinander!“ zu lesen. Deshalb tauchen wir heute richtig in die Tiefe, werfen einen Blick auf die entscheidende Grundlage für gute Kommunikation und geben euch ganz konkrete Formulierungstipps.

Warum ihr die Kommunikation in eurer Beziehung erst einmal aufbauen dürft

Vielleicht habt ihr schon einmal erlebt, wie es ist, wenn zwei Katzen – oder auch Kaninchen –, die einander nicht kennen, zusammengebracht werden. In einigen wenigen Fällen ist sofort alles gut. Meistens jedoch gehen die beiden neuen „Partner“ erst einmal auf Abstand, reagieren verängstigt oder aggressiv und müssen sich über eine Weile vorsichtig aneinander annähern. Übertragen gesagt: Sie müssen die Kommunikation in ihrer Beziehung erst aufbauen, damit sie einander verstehen und richtig „lesen“ können.

Mit Menschen und ihrer Kommunikation ist das ein bisschen so ähnlich. Wir haben allerdings das große Glück, dass am Anfang einer Beziehung fast immer die Verliebtheitsphase steht – und da kommunizieren wir ja auf tausend verschiedene Arten, und das nicht immer rein verbal. Wenn die Verliebtheitsphase allerdings vorbei ist, stellen wir fest, dass wir uns nicht immer zu 100 % verstehen – obwohl doch jede und jeder von uns der Meinung ist, sich völlig klar ausgedrückt zu haben. 

Verantwortlich dafür sind viele Dinge: Wir haben zum Beispiel bestimmte Wörter mit einer etwas anderen Bedeutung kennengelernt – „Freiheit“ bedeutet in den USA etwas anderes als in China. So groß müssen die Unterschiede aber gar nicht sein. Wir brauchen sie nicht einmal zu bemerken, zu Missverständnissen führen können sie trotzdem. Noch wichtiger sind außerdem unsere Gestik, unsere Mimik und die Art, wie wir Wörter betonen. Es ist ganz normal, dass es dabei zu Reibereien kommt. Wir bauen die Kommunikation in unserer Beziehung mit der Zeit automatisch auf: So verstehen wir einander immer genauer und wissen die Sprüche oder den Humor des Partners besser einzuordnen. Doch auch wenn dieser Prozess von selbst abläuft, könnt ihr aktiv dazu beitragen, die Kommunikation in eurer Beziehung zu verbessern. Das macht zum einen Spaß und beschleunigt zum anderen eure gemeinsame Entwicklung! 

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Die richtige Intention hinter der Kommunikation in eurer Beziehung

„Mach es einfach so, wie du willst.“ Wenn du diesen Satz liest, mit welchem „Ton“ hörst du ihn? Bestärkend, ermutigend und ermächtigend? Oder eher trotzig, eingeschnappt und verletzend? Für eine verbesserte Kommunikation in der Beziehung ist es wichtig, die richtigen Worte zu wählen. Doch es gibt einen Schritt davor, der viel wichtiger ist: eure innere Haltung und Intention. 

Es ist möglich, beinahe jeden Satz auf liebevolle, wertschätzende oder ablehnende, verletzende Weise auszusprechen. Vielleicht hast du schon mal lachend und ganz im Scherz „Du bist so doof!“ zu einem Kumpel gesagt – oder mit dem an sich wertschätzenden „Klar freu ich mich für dich!“ das Gegenteil ausgedrückt. Das sind Extrembeispiele, doch was wir wirklich fühlen, sickert immer in unsere Kommunikation. Daher sind Worte nur die halbe Miete: Wenn ihr die Kommunikation in eurer Beziehung verbessern wollt, dürft ihr euch daher zuerst fragen, ob ihr wirklich dazu bereit seid. Falls nicht, kann das ein erstes Anzeichen dafür sein, dass ihr euch auseinandergelebt habt.

Das bedeutet eine bewusste Entscheidung dafür, für eure Beziehung und eure Kommunikation Verantwortung zu übernehmen. Dazu gehört große Ehrlichkeit. Übrigens geht es nicht darum, dass du deine Gefühle unterdrücken sollst. Du könntest jedoch, wenn du wütend oder traurig bist, genau diese Wut und Traurigkeit ausdrücken („Ich bin gerade so wütend darüber!“) – und sie nicht hinter unehrlichen Worten verbergen. Eine gute Kommunikation in der Beziehung kann sehr viel persönliches Wachstum bedeuten, da ihr euch immer ehrlicher zeigen und einander mit all euren Gedanken und Gefühlen öffnen dürft.

Wenn die Intention klar ist: konkrete Schritte, um die Kommunikation in der Beziehung zu verbessern

nonverbale-kommunikationSeid ihr euch einig, dass ihr eine wertschätzende, ehrliche Kommunikation in eurer Beziehung aufbauen wollt? So schön! Dann werden die folgenden Tipps euch helfen, euch dank eurer Gespräche schon bald verbundener, näher und geliebter zu fühlen:

  • Wertfrei zuhören. Dieser Tipp fällt nicht immer leicht, besonders wenn es um Themen geht, die euch emotional sehr beschäftigen. Dennoch ist das Zuhören vielleicht die wichtigste Voraussetzung für gute Kommunikation: Stellt sicher, dass jeder von euch reden darf, ohne unterbrochen zu werden – und zu Unterbrechungen gehören auch genervte Seufzer oder verdrehte Augen!
  • Ich-Botschaften nutzen. Satzanfänge wie „Ich wünsche mir …“, „Ich fühle …“, „Ich nehme wahr …“ oder „Ich sehne mich nach …“ zeigen Bedürfnisse auf, ohne zu verletzen oder anzuklagen. Sie öffnen außerdem für Verbundenheit und zeigen die eigene Verletzlichkeit – deshalb gehört auch etwas Mut dazu, sie zu nutzen. Aber Vorsicht: Sätze wie „Ich fühle, dass du mich einengst“ sind keine Ich-Botschaften, sondern verschleierte Vorwürfe!
  • Seelengespräche führen. Gerade wenn eine oder einer von euch die Tendenz hat, sehr viel Raum in Gesprächen einzunehmen, oder wenn ihr Emotionen nur schwer zurückhalten könnt, können Seelengespräche große Erleichterung schaffen. Dazu setzt ihr euch Rücken an Rücken (so bleiben auch mimische Reaktionen verborgen) und vereinbart für jeden eine feste Redezeit von 3–10 Minuten. Der andere Partner hört schweigend zu und darf im Anschluss in aller Ruhe antworten. Das könnt ihr mehrfach wiederholen.
  • Wertschätzung ausdrücken. Zeige deinem Partner Verständnis für die Bedürfnisse und Gefühle, die er äußert. Auch wenn du eigene Bedürfnisse anbringen möchtest, stelle sicher, dass du die deines Partners genügend achtest und das auch aussprichst. Sage zum Beispiel: „Ich höre, dass du dir XY wünschst. Mein Bedürfnis ist gerade ein anderes, nämlich …“ So können eure beiden Ansichten achtsam und gleichwertig nebeneinander stehen, ohne Trennung zwischen euch zu schaffen.
  • Lösungsorientiert formulieren. Dass Vorwürfe, unsachliche Angriffe und Totschlagargumente für eine gute Kommunikation in der Beziehung nicht förderlich sind, dürfte klar sein. Doch auch andere Verhaltensweisen, die weniger auffallen, blockieren eher, als dass sie helfen. Dazu gehört zum Beispiel das Problemdenken. Wenn ihr bemerkt, dass ihr euch seit Stunden immer wieder um dasselbe Problem dreht, durchbrecht bewusst diesen Kreislauf und entscheidet euch dafür, jetzt aktiv nach Lösungen zu suchen. Sprachlich könnte das in etwa so aussehen: „Mich stört, dass wir zu wenig XY in unserer Beziehung haben.“ / „Ich würde gern mehr XY in unsere Beziehung bringen.“

Nicht zuletzt kann ein Paarcoaching euch helfen, eure Kommunikation wertschätzender und konstruktiver zu gestalten. Wir begleiten euch gern dabei – von außen ist es oft viel einfacher, kleine Stolpersteine aufzuzeigen, die ihr dann schon bald allein erkennen und umgehen könnt. Die Grundlage liegt immer in einer bewussten Entscheidung!

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